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  • Jan
    28

    Auf dem Weg zum Stadtwerk – Rhein-Berg

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    Bergisch Gladbach –
    Es geht um Millionen und es zeichnet sich ab, dass Bergisch Gladbach auf die Karte Stadtwerke setzt. Als Konzessionsvertrag wird ein Vertrag zwischen einer Kommune und einem Versorgungsunternehmen bezeichnet, das ffentliche Flchen fr die Leitungen nutzt. Bezahlt wird nach der Durchleitungsmenge. In Bergisch Gladbach ist die Belkaw der Vertragspartner. Noch.
    Bislang werden pro Jahr zwischen acht und zehn Millionen Euro berwiesen.

    Zwar haben sich die Mitglieder der stdtische Arbeitsgruppe zur Verschwiegenheit verpflichtet, aber inzwischen wird deutlich, wohin die Reise geht. Brgermeister Lutz Urbach selbst hat in den vergangenen Tagen immer wieder die Stadtwerk-Option genannt. Tatschlich gibt es mehrere Szenarien. Die Stadt Bergisch Gladbach kauft die Leitungen der Belkaw ab und grndet in Eigenregie Stadtwerke. Das Geld fr diesen Kauf kommt aus der Bdergesellschaft, die ihre Fondsanteile verkauft. Fonds im Wert von rund 35 Millionen Euro sind im Besitz der Bdergesellschaft es ist der Rest von rund 50 Millionen Euro aus dem Verkauf der stdtischen Belkaw-Anteile im Jahr 2000. Damals stieg die Stadt bei der Belkaw aus.

    Dieser Alleingang bringt den Vorteil, dass man sich den Gewinn mit niemanden teilen muss und allein darber entscheidet, woher etwa der Strom kommt. Allerdings gibt es viele offenen Fragen und hohe Risiken. Fraglich ist, ob das Geld reicht, um die Netze zu kaufen. Die bisherigen Erfahrungen im Rest der Republik zeigen, dass diese Kaufverhandlungen fast immer vor Gerichten landen.

    Die Leitungsbesitzer wollen eben einen hohen Verkaufspreis erzielen die Kufer aber wenig zahlen. Weiter verfgt die Stadt ber keinerlei Infrastruktur und Fachwissen, um die Netze instand zu halten. Das msste neu aufgebaut/gekauft werden. Und schlielich msste die Stadt ganz allein das Geschftsrisiko auf einem uerst komplizierten Strommarkt tragen. Das grte Risiko wren zu Beginn die fehlenden Kunden. Auch nach dem Kauf der Netze blieben erst einmal Belkaw-Kunden weiter Belkaw die neuen Stadtwerke mssten sie abwerben.

    Auch in einem weiteren Szenario kauft Gladbach der Belkaw die Leitungen ab. Wieder ber die Bdergesellschaft aber diesmal nicht allein. Mit einem strategischen Partner an der Seite. So bringt der Partner das Fachwissen mit. Unter seiner Leitung wrde eine neue Mannschaft aufgebaut werden, die vor Ort die Netze betreut. Im besten Fall garantiert der neue Partner auch eine fixe Gewinnausschttung.

    Der Partner bernimmt auch das Risiko der Kundenwerbung. Nach Informationen des Klner Stadt-Anzeiger gibt es tatschlich das Angebot solcher Partnerschaften. Hintergrund sei, so heit es aus dem Arbeitskreis, dass groe Energiekonzerne auerhalb der Region sich einen Markteintritt verschaffen wollen. Tatschlich ist die Klner Rheinenergie AG (80 Prozent gehren der Stadt Kln, 20 Prozent der RWE) der Platzhirsch in der Region.

    Auch die Belkaw ist eine hundertprozentige Tochter der Rheinenergie. Und in einem weiteren Szenario kndigt die Stadt ihre Vertrge mit der Belkaw nicht und erhlt weiter die Abgaben fr die Leitungen. Auf den ersten Blick ndert sich berhaupt nichts. Allerdings kauft sich die Stadt in einem weiteren Schritt ber die Bdergesellschaft bei der Belkaw ein mit den Fonds-Anteilen der Bder. Die Beteiligung an der Belkaw splt, so der Plan, ebenfalls Jahr fr Jahr Millionen in die Stadtkasse. Zuerst indirekt, weil die Gewinne gegen die Verluste der Bdergesellschaft gerechnet werden.

    Geplant ist, dass der Rat eine Grundsatzentscheidung treffen soll. Die Rede ist davon, dass die Option mit dem strategischen Partner den hchsten Gewinn verspricht. Mglich sei ein zweistelliger Millionenbetrag pro Jahr. Aber mit einem neuen Partner wrde aber auch Neuland betreten und der Streit mit der Rheinenergie wre vorprogrammiert.

    Kommentar: Ehrliche Partnerschaft

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