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Jan7
Fortuna-Poker – auch im Oberhaus
Filed under: Internet;Kommentare deaktiviertKarneval ist zwar noch einige Wochen hin. Die perfekte Rolle fr Wolf Werner wre sicherlich Sheriff (und Revolverheld) Wyatt Earp. Oder der schnell ziehende Zahnarzt Doc Holliday. Mit seinem Schnauzbart und dem stets freundlich-listigen Blick durch die Brillenglser wrde Fortunas Sportvorstand locker jede cineastische Pokerrunde im Wilden Westen schmcken. Doch nicht allein die Optik macht Werner zum perfekten Feilscher. 2012 steckt der 69-Jhrige wie eh und je mittendrin im monetren Spiel um Zukunftsvertrge.
Wre aus Werners Sicht natrlich beraus hilfreich, wenn er schon wsste, in welcher Liga die Rot-Weien ab August kicken. Der (Ver-)Handlungsspielraum ist in der Fuball-Bundesliga signifikant hher als im Unterhaus. Wir planen fr beide Ligen. Legen die Vertrge auch so aus. Sind aber nicht so vermessen zu sagen, Dsseldorf gehrt in die erste Liga. Wir sind erst einmal froh, dass wir uns in der zweiten Liga etabliert haben, sagt Werner. Spitzenreiter hin, Aufstiegskandidat her.
Rckendeckung gibt es von Vorstandschef Peter Frymuth: Es wre fatal, wieder auf Fiktion zu arbeiten. Wir gehen, wenn es mit dem Aufstieg klappen sollte, die Bundesliga mit Augenma an.
Drei groe Finanzsulen
Die drei groen Finanzierungssulen eines deutschen Profifuballvereins Fernsehgeld, Sponsoren- und Zuschauereinnahme steigen bei der Bundesliga-Rckkehr nach 15 Jahren Abstinenz erheblich. Aktuell flieen 5,35 Millionen Euro aus dem TV-Vertrag. Im Oberhaus wrde Fortuna als Neueinsteiger (wie aktuell Augsburg) rund 12,5 Millionen Euro bekommen. Beides minus 30 Prozent, die automatisch an den Sportrechteverwerter Sportwelt flieen. Beim Leipziger Geschftsmann Michael Klmel steht Fortuna schlielich wegen einem mehr als zehn Jahre alten Darlehen noch mit rund 5,5 Millionen Euro in der Kreide. Ein Aufstieg wrde uns sehr helfen, an dieser Stelle schneller abzutragen. Die zweite Liga hat aber auch gezeigt, dass wir zur Sanierung die Bundesliga nicht unbedingt brauchen. Wir sind zum Aufstieg nicht verdammt, sagt Fortunas Finanzchef Paul Jger. Der verkndete kurz vor Weihnachten die erstmalige bilanzielle Schuldenfreiheit seit der Saison 1996/97, an deren Anschluss sich die Rot-Weien aus dem Elitekreis verabschiedet hatten.
Bei der knftigen Zuschauerkalkulation hat man sich am Flinger Broich noch nicht recht festgelegt. Der Sockel fr eine Zweitliga-Saison 2012/13 lge bei 20000 Zuschauern. Bisher kalkulierte man mit 18500, erreichte in dieser Saison bisher allerdings satte 27719 pro Heimspiel (ohne die Pokalmatches gegen 1860 Mnchen und den BVB).
Weil die Spannung im Laufe der Rckrunde noch zunehmen wird, drfte sich der ohnehin starke Zuspruch in der Arena am Rhein steigern.
Die Zwanzigtausend haben wir uns durch gute Heimleistungen erst einmal fest erarbeitet, rechtfertigt Jger seine erhhte Kalkulation fr die neue Saison. Mit Untersttzung der angebotenen und beliebten Rckrundendauerkarte, die bisher rund 3500-mal verkauft worden ist, kommt Fortuna auf fast 14 000 Treuetickets neuer Vereinsrekord!
Was wir an Zuschauereinnahmen fr die Bundesliga anpeilen, ist dagegen noch nicht festgelegt, versichert Klubchef Frymuth. Mit einem leicht aberglubischen Unterton. Heit: Erst mal in der Aufstiegsspur bleiben, dann sehen wir weiter!
Etat: 30 Prozent durch Fans
Angesichts einer Gegnerschar a la Bayern Mnchen, Dortmund, Schalke 04, Kln, Mnchengladbach oder HSV drften 30 000 Fans im Schnitt nicht unrealistisch sein. Vor der Umstellung der Geschfte aufs Fuball-Spieljahr machten die Zuschauereinnahmen im Kalenderjahr 2010 mit 5,5 Millionen Euro rund 30 Prozent des Gesamtbudgets aus.
Dritter groer Posten sind die Sponsoreneinnahmen. Vor allem Fortunas Trikotbrust wird bei einem Aufstieg durch wesentlich hhere Blickkontakte der Bundesliga wertvoller. Wegen verkaufter TV-Rechte in alle Erdteile wre das Dress dann weltweit zu sehen. Man darf gespannt sein, ob die Bauhaus-Kette, die sich ihre Sieben-Buchstaben-Werbung auf dem Dress derzeit rund eine Million Euro pro Saison kosten lsst, dies mit einem noch grozgigeren Engagement honorieren mag.
Schlusslichter der Bundesliga-Jerseyreklame sind monetr, mal zum Vergleich, der FC Augsburg (rund 1,5 Millionen Euro von AL-KO) und der SC Freiburg (rund 2,5 Millionen Euro von Ehrmann).
Fuball ist die Nummer Eins der deutschen Unterhaltungsbranche, sagt Finanzvorstand Paul Jger. Zurecht. Fortunas Vermarkter Infront wirds freuen. Es war fr die Schweizer bisher nicht leicht, die vertraglich zugesicherte Sponsoren-Akquise in Liga zwei in Hhe von vier Millionen Euro zu erreichen. Und darber hinaus einen eigenen Gewinn zu erwirtschaften. Mit einem Aufstieg wrde sich die Summe auf sicher sieben bis acht Millionen Euro erhhen. Die von den Fortunen selbst gewonnenen Gnner, beispielsweise der Club95, gehen selbstverstndlich extra.
Fazit: Rechnet man allein die drei Hauptsulen der Fortuna fr eine mgliche Bundesliga-Saison grob zusammen, sollte sich das Poker-Gesicht von Sportvorstand Wolf Werner ein wenig entspannen. Oder doch nicht? Eine Klasse hher htte die auf allen genannten Positionen erst einmal besser gestellte Konkurrenz nmlich wieder mehr Moneten als die Fortuna.
Die Etatspanne bei den Spielerpersonalkosten (Quelle: Kicker) reicht aktuell vom FC Bayern (165 Millionen Euro) ber Wolfsburg (65) und Schalke (60) bis hin zu Nrnberg (19), Kaiserslautern (15) und Freiburg (14). Fortuna gibt bisher rund 7,2 Millionen fr die Protagonisten aus.
Aufstieg oder zweite Liga: Das Feilschen fr Werner und Kollegen ginge weiter.

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